Leiter Arbeitskreis Mobile und autonome Sensorsysteme
DVW e.V.
Prof. Holsts (*1986) Forschungsgebiet ist der Bereich der Ingenieurgeodäsie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Entwicklung fortschrittlicher Methoden für die geodätische Überwachung von Infrastruktur-, Industrie- und Umweltobjekten, der Automatisierung des hochgenauen statischen und mobilen Laserscannings und der Punktwolkenprozessierung sowie der Qualitätsanalyse geodätischer Sensoren. Anwendung findet seine Forschung bei einer Vielzahl interdisziplinärer Aufgabenstellungen im Kontext der Digitalisierung der Realität.
Prof. Holst studierte an der Universität Bonn Geodäsie und Geoinformation mit Schwerpunkt auf Ingenieurgeodäsie und Parameterschätzung. Anschließend blieb er der Universität Bonn als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent erhalten. Seine Promotion schloss er 2015 mit Auszeichnung ab. Nachfolgend übernahm er die Leitung einer Forschungsgruppe zum Thema Laserscanning und der geometrischen Analyse von Oberflächen. Im Jahr 2021 wurde Prof. Holst als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Ingenieurgeodäsie an die TUM berufen.
Prof. Holst ist seit 2021 Mitglied des Vorstandsrates des DVW Bayern e.V. und er leitet seit 2023 den DVW-Arbeitskreis „Mobile und autonome Sensorsysteme“
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Neue Entwicklungen in der Messtechnik verändern unsere Arbeit in der Geodatenbranche. Sie machen sie schneller, präziser und besser vernetzt. Diese Präsentation zeigt, wie verbesserte Automatisierung VermesserInnen dabei unterstützt, Daten effizienter und mit weniger Fehlern zu erfassen – selbst in anspruchsvollen Umgebungen. Mobile Konnektivität spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie erleichtert die gemeinsame Datennutzung, die Zusammenarbeit zwischen Feld und Büro sowie die Echtzeitverwaltung von Sensoren. So bleiben Teams flexibel und stets gut informiert. Mit diesen zentralen Vermessungslösungen entstehen neue, effiziente Arbeitsabläufe, die helfen, die großen Herausforderungen der Geodatenbranche zu meistern.

Mobiles Laserscanning ist in aller Munde. Es gilt als besonders schnell und effizient. Doch hat damit statisches Scannen ausgedient? Oder gibt es doch einen Haken? Dieser Vortrag soll beide Seiten beleuchten und eine Lösung vorstellen, welche die Vorteile beider Welten vereinen kann.

Lichtwellenleiter werden üblicherweise für die Telekommunikation benutzt. Bei der Datenübertragung wird jedoch ein kleiner Anteil des eingekoppelten Lichts an jeder Stelle der Glasfaser zurück an die Quelle reflektiert. Durch Analyse des rückgestrahlten Signals können lückenlos die Dehnungen, Temperaturen oder Vibrationen entlang der gesamten Strecke erfasst werden.
In diesem Beitrag wird gezeigt wie die verteilte faseroptische Sensorik (engl. distributed fiber optic sensing - DFOS) im Bauwerksmonitoring eingesetzt werden kann um z.B. Risse in Brückenbauten zu detektieren und um Eigenfrequenzen zu bestimmen. Teilweise können für diese Anwendungen bereits vorhandene Kommunikationsleitungen benutzt werden, wodurch kein Installationsaufwand vor Ort erforderlich ist. Dies trifft insbesondere für Verkehrsflussanalysen zu, da Kommunikationsleitungen vielfache entweder direkt in den Straßenaufbau eingebettet werden und knapp neben der Straße verlegt werden. Durch verteilte akustische Messungen (engl. distributed acoustic sensing – DAS) können einzelne Fahrzeuge detektiert und klassifiziert werden. Ebenso können die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung aus den Messdaten abgeleitet werden. Die Herausforderung sind dabei die großen Datenmengen von mehreren Gigabyte pro Minute.

Urbane Digital Zwillinge sollten die städtische Infrastruktur semantisch und geometrisch möglichst genau aber auch zeitlich aktuell wiedergeben. Daher ist eine regelmäßige Aufdatierung existierender Bestandspunktwolken notwendig, um infrastrukturellen Veränderungen, z.B. im Rahmen von Baumaßnahmen, gerecht zu werden. Hierfür nutzen Städte oft terrestrisches Laserscanning oder mobiles bodengebundenes Laserscanning (Auto, Fahrrad, Backpack), da sich so effizient kleine Areal neu einmessen lassen. Diese "neuen" Punktwolken müssen anschließend effizient in die Bestandspunktwolken integriert werden, sodass eine konsistente Geoinformation entsteht. Dieser Vortrag thematisiert diesbezügliche Lösungen und beschreibt einen Workflow, der Punktwolken trotz vieler Ausreißer und Störpunkte abhängig vom geometrischen Reichtum der urbanen Bebauung automatisiert in Bestandspunktwolken registriert.