Leiter Arbeitskreis Geodatenmanagement
DVW e.V.
Datum

Der Digitale Zwilling NRW (WWW.DZ.NRW.DE) wurde am 19.09.2024 im Rahmen der Intergeo 2024 freigeschaltet. Der Digitale Zwilling NRW stellt eine Grundinfrastruktur von Geobasisdaten, Geofachdaten und Analysewerkzeugen zur Verfügung und wird allen interessierten Nutzern frei im Internet angeboten. Der Digitale Zwilling NRW kann die Basis für darauf aufbauende Fachzwillinge sein, so dass Szenarien für kommunale Aufgabenfelder sowie Aufgaben der Landesverwaltung unter Berücksichtigung von Geoinformationen dargestellt und analysiert werden können.
Der Digitale Zwilling NRW wurde im Jahr 2025 um folgende Funktionen weiterentwickelt: Individuelle 3D-Dienste hinzuladen (z.B. Windräder, …), Drucken, Bereiche ausschneiden und durch Planung ersetzen. Die Nachnutzung des Digitalen Zwillings NRW über einen mandantengesteuerten Zugang wurde in einem Proof of Concept untersucht.

Landkreise und Kommunen gewährleisten ein funktionierendes Gemeinwesen vor Ort für BürgerInnen und Betriebe im ländlichen Raum. Die Kreise sind dabei Bündelungsbehörden mit vielfältigen Aufgaben – u. a. im Umwelt- und Naturschutz, in der Bauverwaltung, im Katastrophenschutz, bei der Digitalisierung sowie der Daseinsvorsorge.
Zur Umsetzung der interkommunalen Zusammenarbeit auf Kreisebene setzen viele Kreise in NRW bereits seit Jahren Geoinformationssysteme ein. Laut Umfrage des Landkreistages NRW werden rund 75 % der NRW-Kommunen durch die Kreise im Bereich Geodatenmanagement (GDM) unterstützt. Diese bereits existierenden Digitalisierungsnetzwerke werden im Kreis Herford für weitere Innovationen im Bereich kommunaler Digitaler Zwillinge und Datenmanagement in der Smarten Region genutzt, um Kommunen bei der Digitalisierung und Optimierung von Prozessen und bei den Aufgaben der Daseinsvorsorge zu unterstützen.

In der Stadt Zürich wurde in den letzten 20 Jahren eine umfangreiche Geodateninfrastruktur aufgebaut. Mit ihren mehr als 500 Datensätzen bietet sie ein umfassendes, digitales Abbild der Realität. Für die konkrete Bearbeitung von Fragestellungen und Prozesses setzt die Stadt Zürich vermehrt auf digitale Zwillinge. In einem urbanen Kontext kann ein digitaler Zwilling in verschiedensten Aufgabengebieten einen grossen Vorteil bieten gegenüber klassischen Geodateninfrastruktur. Im Vortrag werden nebst organisatorischen und technische Grundlagen verschiedene aktuelle Beispiele präsentiert.


Vier Jahre Digitalisierung im Freileitungsbetrieb – wir präsentieren die Ergebnisse und Best Practices aus dem Projekt NETZinspect 2.0 der Netze BW! Der Fokus liegt auf dem Einsatz von Geoinformatik und Fernerkundungstechnologien zur Steigerung der Effizienz und Genauigkeit in der Trassenpflege.
Im Mittelpunkt stehen zwei Innovationen: TIP, unser mobiles GIS-Tool, ermöglicht die Erfassung notwendiger Maßnahmen inklusive Bilddokumentation direkt vor Ort und unterstützt die digitale Vegetationskontrolle. LiDAR-Technologie liefert zentimetergenaue Daten zu Einfall- und Einwuchsrisiken, besonders hilfreich in schwer zugänglichem Gelände.
Neben der Digitalisierung der Trassenpflege umfasst NETZinspect 2.0 auch virtuelle Inspektionen per Drohne und eine Mediendatenbank zur Verwaltung von Bild- und 3D-Daten. Der Vortrag zeigt anhand konkreter Beispiele, wie durch agile Projektentwicklung in enger Kooperation mit Power-Usern und die strategische Integration von Fernerkundungsanalysen Trassenmanagement entlang von 3800 km Freileitungen digitalisiert werden kann.

Ob die Energie- und Klimaschutzziele der Bundesrepublik, die Wärmeplanung oder auch die Planung regenerativer Anlagen - die Energiewende ist auch auf kommunaler Ebene ein viel diskutiertes Thema.
In dem Zusammenhang haben das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der Deutsche Städtetag sowie der Deutsche Landkreistag Ergebnispapiere zum Stakeholder-Dialog bzw. Praxisleitfäden zur kommunalen Wärmeplanung veröffentlicht. Ein Schwerpunkt bilden dabei jeweils datentechnische Aspekte.
Wo stehen wir momentan bei der Umsetzung? Welche Rolle können dabei die deutschen Landkreise übernehmen? Wie können Digitale Zwillinge und KI die Prozesse unterstützen?
Der Vortrag vertieft ausgewählte Aspekte.