Sebastian Specht studied cartography at the University of Applied Sciences Dresden from 1996 to 2000 (engineering degree) and Digital Media at the University of Applied Sciences Bremerhaven, the University of Bremen and the University of the Arts Bremen from 2004 to 2007 (M.Sc.). He is working as a cartographer, software developer and researcher, first at the Leibniz Institute for Regional Geography Leipzig, department of cartography and visual communication (from 2001 to 2016), and at OFFIS Oldenburg, department Data Management and Analysis for Health Services Research, since 2017. His PhD revolves around data science methods to create better visualisations in Care Research, Public Health, Epidemiology and Regional Sciences.
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In der kartographischen Praxis der Krebsepidemiologie existieren etablierte Standards zur Bildung von Raten und Quoten für räumliche Auswertungen. Aufgrund der Problematik geringer Fallzahlen wurde in der Vergangenheit jedoch von der Visualisierung seltener Diagnosen oder der Auswertung auf kleinräumiger Ebene abgesehen. Um diese Lücke zu adressieren, etablieren sich gegenwärtig Indikatoren auf Basis Bayesscher räumlicher Modelle. Der neue „Kleinräumige Krebsatlas für Niedersachsen“ des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) beruht methodisch auf dem „Australian Cancer Atlas“ und stellt Krebsinzidenzen (Standardized Incidence Ratios) ausgewählter Diagnosen auf Basis kleinräumiger Gebiete von mindestens 5000 Einwohnern dar. In der Folge können ausgewählte Diagnosen für Niedersachsen erstmals kleinräumig visualisiert werden und relevante räumliche Muster, zum Beispiel beim Auftreten des Mesotheliums (C45), treten klar hervor. Dem gegenüber stehen jedoch der erhöhte Erklärungsaufwand bei der Titel- und Legendengestaltung sowie der Beschreibung der komplexen Methodik. Der Vortrag gibt Einblick in den redaktionellen Prozess und diskutiert die Konsequenzen der verwendeten statistischen Methoden für die kartographische Kommunikation.