Der neue „Kleinräumige Krebsatlas für Niedersachsen“: Mit komplexen statistischen Modellen zu besser verständlichen Karten?
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In der kartographischen Praxis der Krebsepidemiologie existieren etablierte Standards zur Bildung von Raten und Quoten für räumliche Auswertungen. Aufgrund der Problematik geringer Fallzahlen wurde in der Vergangenheit jedoch von der Visualisierung seltener Diagnosen oder der Auswertung auf kleinräumiger Ebene abgesehen. Um diese Lücke zu adressieren, etablieren sich gegenwärtig Indikatoren auf Basis Bayesscher räumlicher Modelle. Der neue „Kleinräumige Krebsatlas für Niedersachsen“ des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) beruht methodisch auf dem „Australian Cancer Atlas“ und stellt Krebsinzidenzen (Standardized Incidence Ratios) ausgewählter Diagnosen auf Basis kleinräumiger Gebiete von mindestens 5000 Einwohnern dar. In der Folge können ausgewählte Diagnosen für Niedersachsen erstmals kleinräumig visualisiert werden und relevante räumliche Muster, zum Beispiel beim Auftreten des Mesotheliums (C45), treten klar hervor. Dem gegenüber stehen jedoch der erhöhte Erklärungsaufwand bei der Titel- und Legendengestaltung sowie der Beschreibung der komplexen Methodik. Der Vortrag gibt Einblick in den redaktionellen Prozess und diskutiert die Konsequenzen der verwendeten statistischen Methoden für die kartographische Kommunikation.

